Arztzeugnis
  • 12 Nov 2020
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Arztzeugnis

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Ab wann darf der Arbeitgeber ein Arztzeugnis verlangen?

Eine gesetzliche Regelung gibt es nicht, der Arbeitgeber kann dies grundsätzlich frei festlegen. Die meisten Arbeitsverträge sehen vor, dass das Arztzeugnis ab dem dritten oder vierten Krankheitstag mitzubringen ist.

Darf im Arztzeugnis etwas über die Art der Krankheit stehen?

Nein, die Diagnose fällt unter das Arztgeheimnis.

Welche Informationen gehören ins Arztzeugnis?

Ins Arztzeugnis gehören:

  • Datum
  • Stempel
  • Unterschrift
  • Konsultationstermin (Behandlungsbeginn)
  • Dauer oder Mindestdauer der Arbeitsunfähigkeit
  • nächster Konsultationstermin

Wer bezahlt das Arztzeugnis?

Die Beweispflicht für die Krankheit liegt beim Arbeitnehmer, daher trägt er die Kosten.

Für Arbeitgeber

Was kann ich als Arbeitgeber tun, wenn ein Mitarbeiter oft, aber jeweils nur ein bis zwei Tage krank ist und das Arbeitsreglement erst am dritten Tag ein Arbeitszeugnis verlangt?

Sie haben das Recht, im Einzelfall von Ihrem Mitarbeiter ab dem ersten Krankheitstag ein Zeugnis zu verlangen, auch wenn das Anstellungsreglement etwas anderes vorsieht.

Kann das Arztzeugnis auch rückwirkend ausgestellt werden, wenn ein Mitarbeiter krank, aber nicht beim Arzt war?

Die Bescheinigung einer Arbeitsunfähigkeit setzt grundsätzlich voraus, dass der Arzt den Patienten effektiv gesehen hat. Findet die Konsultation erst später statt, sind rückwirkend ausgestellte Arztzeugnisse für ein paar Tage (2–3 Tage) im Normalfall zu akzeptieren. Die Rückwirkung sollte aber in jedem Fall eine Woche nicht überschreiten.

Was kann ich als Arbeitgeber tun, wenn ein Mitarbeiter auch nach mehrmaligem Auffordern kein Zeugnis bringt?

Sie haben als Arbeitgeber das Recht, die Lohnzahlung zu verweigern, bis der Mitarbeiter die Arbeitsunfähigkeit bewiesen hat.

Was kann ich als Arbeitgeber tun, wenn ein Mitarbeiter «bis auf Weiteres» krankgeschrieben wurde?

Sie dürfen beim Arzt nachfragen, wie lange die Arbeitsunfähigkeit nach seiner Vermutung dauern bzw. wann der nächste Konsultationstermin stattfinden wird.

Für Arbeitnehmer

Muss ich meinem Arbeitgeber sagen, an welcher Krankheit ich leide?

Nein. Es ist Ihnen überlassen, ob Sie ihm von der Art Ihrer Krankheit erzählen wollen.

Darf mein Vorgesetzter mich für eine Zweitmeinung zu einem Vertrauensarzt schicken?

Ja, das darf er. Allerdings muss er für die Konsultation die Kosten tragen. Auch der Vertrauensarzt darf sich nur zur Arbeitsunfähigkeit, nicht aber zur Diagnose äussern. Wenn Sie die Untersuchung verweigern, muss der Arbeitgeber für die Dauer der Abwesenheit keinen Lohn zahlen.

Welche Fragen darf der Arzt dem Arbeitgeber beantworten, ohne das Arztgeheimnis zu verletzen?

Der Arzt darf auf folgende Fragen antworten:

  • Hat eine Untersuchung stattgefunden?

  • Wann war die Erstkonsultation?

  • Wann ist die nächste Konsultation?

  • Wie lange wird die Arbeitsunfähigkeit voraussichtlich dauern?

  • Inwiefern ist der Patient teilarbeitsfähig?

  • Was ist die Ursache (Krankheit oder Unfall)?

  • Liegt eine Arbeitsplatzbeschreibung vor?
    Der Arbeitgeber darf die Arbeitsplatzanforderungen mit dem Arzt besprechen und sollte ihn auf mögliche angepasste Tätigkeiten hinweisen.

  • Ist die Arbeitsunfähigkeit rein arbeitsplatzbezogen?

  • Wäre der Arbeitnehmer in einem anderen Betrieb arbeitsfähig?


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